Zeughaus Deutsches Historisches Museum

Architekt Johann Arnold Nehring, Andreas Schlüter, Jean de Bodt; Friedrich Hitzig
Standort Unter den Linden 2, 10117 Berlin
Erbaut 1695 - 1706
Bauherr Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Nutzer Deutsches Historisches Museum
Bauzeit 1998 - 2003
Bruttogeschossfläche 22.330 m³

2006 eröffnete das Deutsche Historische Museum seine neue Dauerausstellung zu zweitausend Jahren deutscher Geschichte. Der Sitz des Museums befindet sich im Zeughaus und ist das älteste Gebäude Unter den Linden. Mit seinen durch Umbauten und Zerstörungen entstandenen historischen Zeitschichten ist es selbst Zeugnis einer bewegten dreihundertjährigen Geschichte: Es wurde 1695-1706 unter Kurfürst Friedrich III. und der Leitung von Johann Arnold Nehring, Andreas Schlüter und Jean de Bodt als Waffenarsenal erbaut. Im 19. Jahrhundert ließ Kaiser Wilhelm I. das Zeughaus durch Friedrich Hitzig zu einer preußischen Ruhmeshalle mit Lichthof und Kuppelsaal umbauen. Nach der nahezu kompletten Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erfolgte 1949-65 der Wiederaufbau nach Entwürfen von Werner Harting und Otto Haesler zu einem „Museum der deutschen Geschichte“ im Ostteil der Stadt.

1998 wurde ein Realisierungswettbewerb mit sieben geladenen Teilnehmern ausgelobt, um das Gebäude an einen zeitgemäßen Museumsbetrieb anzupassen. Das mit dem 1. Preis ausgezeichnete und zur Realisierung empfohlene Konzept basierte darauf, das Gebäudeinnere wieder sichtbar zu machen und eine lichtdurchflutete weitläufige Atmosphäre herzustellen. Die Besucher sollten durch Ausstellungsräume mit Durchblickweiten von 90 Metern flanieren. Durch die inszenierten Blickbeziehungen zu den umliegenden Gebäuden des historischen Berlins, die selbst Zeugnisse der deutschen Geschichte darstellen, sollte das Zeughaus selbst als Exponat wahrgenommen werden.

Die notwendigen baulichen Veränderungen und Ergänzungen wurden ab 1999 nach der „Kunst des kleinstmöglichen Eingriffs“ (Prof. Dr. Jörg Haspel, Landeskonservator, Landesdenkmalamt Berlin) in das Gebäude eingefügt. Obwohl erkennbar, treten sie nicht vordergründig in Erscheinung. Dank eines neuartigen Konzepts der dezentralen Klimatisierung konnte zudem gänzlich auf die Verwendung doppelter Böden, abgehängter Decken oder mehrschaliger Wände und die Unterteilung der Ausstellungsräume verzichtet werden. Aufwendige Technikeinbauten entfielen, wertvolle Nutzfläche für die Ausstellung, Archive, Werkstätten, Verwaltung und Lager wurde dazugewonnen. Das seit 1958 bestehende Zeughauskino erhielt unter Wahrung seiner Architektursprache eine neue Bestuhlung, gleichzeitig wurde es behindertengerecht erschlossen und technisch modernisiert. Die Architektursprache und der Charakter des seit 1958 bestehenden Zeughauskinos konnten trotz neuer Bestuhlung und notwendiger technischer Aufrüstungen erhalten bleiben.

Das Museum konnte in seiner Innenraumgestaltung bewahrt werden und ist heute wieder vollständig in seiner von dem quadratischen Schlüterhof dominierten Struktur und Weiträumigkeit sowie mit all seinen historischen Zeitschichten erlebbar.